4e Geschi Thema 2 Kapitel 1 A

A. Erste Industrialisierung und erste Urbanisierung

Am Ende des 18. Jh. sehen Mülhausen und Schlettstadt gleich aus: Städte mit Mauern und Kirchtürmen.

Mülhausen im 18. Jh. (Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg).
Schlettstadt im 18. Jh. (Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg).

Um 1900 sieht man in Mülhausen Dinge, die man in Schlettstadt kaum findet. Was denn?

Mülhausen um 1900 (Sammlung EE).
Schlettstadt um 1900 (Sammlung EE).

In Mülhausen sieht man um 1900 viele hohe Schornsteine, so viele, dass Mülhausen „die Stadt der hundert Schornsteine“ genannt ist. Die Schornsteine sind, wo die Fabriken sind.

[der Schornstein: la cheminée, die Fabrik: l’usine, appelée aussi autrefois fabrique ou manufacture]

[Attention à ne pas confondre l’usine, qui est un lieu, et l’industrie, qui est une activité => exemple : l’usine Renault de telle ville fait partie de l’industrie automobile]

Fragen über die zwei unterstehenden Stiche:

1) Beschreibe die Landschaft im ersten Stich. Wie kann man eine solche Landschaft nennen?

2) Erkläre mithilfe des zweiten Stiches, warum die Fabriken in einer solchen Landschaft gebaut wurden.

3) Was stellt man in den Mülhauser Fabriken her? [herstellen = produzieren]

Ein Stich von M. F. Boehm, Mulhouse et ses manufactures, 1826.
Ein Stich aus der Mitte des 19. Jh.

Antworten:

1) Die Fabriken wurden am Rand der Stadt in einer ländlichen Landschaft gebaut.

2) Man brauchte viel Platz und fand diesen Platz in den Städten nicht mehr.

3) In den Mülhauser Fabriken stellt man Stoff her. Die Indiennes sind Stoffe, die mit indischen Motiven bemalt oder bedruckt sind. [rappel, der Stoff: le ………….]

So hat die Industrialisierung in Mülhausen um 1800 begonnen. Während des 19. Jh. entwickelt sich die Textilindustrie in Mülhausen dank der Erfindung von neuen Maschinen.

Hierunter sind die drei Phasen der Stoffherstellung:

1) Was macht man hier? Beantworte die Frage mit einem Verb (du darfst das Verb im Wörterbuch suchen).

2) Was macht man hier? Beantworte die Frage mit einem Verb (du darfst das Verb im Wörterbuch suchen).

3) Was macht man hier? Beantworte die Frage mit einem Verb (du darfst das Verb im Wörterbuch suchen).

Antworten:

1) In der ersten Fabrik spinnt man: Aus Wolle macht man Fäden. Es ist eine Spinnerei. [spinnen: filer, la Spinnerei: la filature, der Faden: le fil]

2) In der zweiten Fabrik webt man: Mit Fäden macht man Stoff. [weben: tisser]

3) In der dritten Fabrik bedruckt man Stoff mit einer Druckmaschine, so dass der Stoff Motive bekommt. Die Maschine ist eine Stoffdruckmaschine.

1) Wie funktionieren diese Maschinen? Siehe die roten Kreise.

2) Können diese Maschinen allein produzieren?

1) Diese Maschinen funktionieren mit Rädern, mit dank der Dampfmaschine drehen. Dafür muss Kohle brennen, deswegen gibt es auch Schornsteine… und Rauch => Umweltverschmutzung.

2) Die Maschinen brauchen Arbeiter, um zu produzieren. In der Textilindustrie arbeiten viele Frauen und Kinder. [der Arbeiter: l’ouvrier]

Die Maschinen muss man auch herstellen. Die Branche der Industrie, in der man Maschinen baut, heisst der Maschinenbau. Am Anfang stellt man nur Spinn-, Web- und …………………maschinen her.

Welche anderen Maschinen baut man dann? Siehe den unterstehenden Stich.

Vue des établissements André Kœchlin et Cie à Mulhouse, avant 1850 (Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg).

Ab 1839 baut man in Mülhausen auch Lokomotiven und Dampfmaschinen für Schiffe in den Fabriken von André Koechlin.

Was brauchen Lokomotiven, um zu fahren? Die Antworten versteckt sich in den Stichen oben und unten…

Frédéric-Emile SIMON et Théophile MÜLLER, Partie comprenant la chaîne des Vosges de Thann à Sélestadt [sic], prise de la campagne de Mr. André Koechlin à Mulhouse + Partie de Dambach à Kientzheim [Kintzheim] prise du Gies[s]en près Schlestadt, 1841.

Was brauchen Lokomotiven, um zu fahren? Der Cousin von André Koechlin, Nicolas Koechlin, stellt Schienen her und damit baut er Eisenbahnen. [die Schienen: les rails, die Eisenbahn: le chemin de fer]

Station du chemin de fer à Schlestadt, 1842 (Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg).

Bahnhöfe wurden gebaut und danach vergrössert. Restaurants und Hotels wurden daneben gebaut.

Fragen auf das unterstehende Dokument:

1) Wozu dient dieses Dokument deiner Meinung nach?

2) Was zeigen die kleinen Medaillons?

3) Warum sind sie da?

Restaurant et café du débarcadère, station de Schlestadt, 1850 (Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg).

Antworten:

1) Dieses Dokument ist eine Werbung für das Restaurant und Café du Débarcadère, neben dem Schlettstadter Bahnhof.

2) Die Medaillons zeigen schöne Landschaften aus den Vogesen, insbesondere Burgruinen.

3) Die Vogesen und Burgruinen können Reiseziele für Touristen sein: Die Zeit der Industrialisierung ist auch die Zeit der Entstehung des Tourismus (auch wenn nur reiche Personen reisen können).

Wie stellt man Schienen her? Schienen, um Bahnstrecken zu bauen, sind aus Eisen (fer) und später aus Stahl (acier) gemacht. Das Eisen und der Stahl sind nicht in Mülhausen hergestellt. Die Eisen- und Stahlproduktion braucht viel Kohle (………….), deswegen findet man sie neben Kohlenbergwerken. [das Kohlenbergwerk: la mine de charbon]

Welche drei grossen Länder haben die meisten Industriegebiete am Ende des 19. Jh.?

Am Ende des 19. Jh. haben Grossbritannien, Deutschland und Frankreich die meisten Industriegebiete. Diese drei Länder haben auch am Ende des 19. Jh. dichte Eisenbahnnetze: Siehe unten.

Fragen auf die unterstehende Karte:

1) In welchem Land hat die Entwicklung der Eisenbahnen begonnen?

2) Wo war die längste Eisenbahn in Frankreich um 1840?

Antworten:

1) Die Entwicklung der Eisenbahnen hat in Grossbritannien begonnen?

2) Um 1840 waren in Frankreich nur wenige Eisenbahnen. Die längste Eisenbahn war im Elsass: 1841 wurde die Eisenbahn zwischen Strassburg und St. Louis geöffnet. Sie ist heute noch die Haupteisenbahnverbindung im Elsass.

Das Elsass war also um 1840 eine moderne Region. Aber das Leben war doch nicht wie heute. Wie sieht man das im unterstehenden Stich?

Mit dem Zug sind nur die grössten Städte verbunden. Sonst reitet man, fährt man mit einer Kalesche und geht man einfach zu Fuss.

Die Bevölkerung Europas ist um 1900 mehrheitlich ländlich und das traditionelle Handwerk bleibt stark: Die Bauerinnen spinnen immer noch zu Hause. Auch wenn industrielle Produkte doch auf dem Land verkauft werden (siehe die Schultern der Bäuerin).

[das Land: (ici) la campagne]

Paysanne des environs de Schlestadt par J. Wencker, 1870 (Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg).

Fragen auf die unterstehende Tabelle:

1) Wann ist die deutsche Bevölkerung mehrheitlich städtisch geworden? [Suche das Adjektiv „städtisch“ im Wörterbuch]

2) Wann ist die französische Bevölkerung mehrheitlich städtisch geworden?

3) Wann ist die britische Bevölkerung mehrheitlich städtisch geworden?

Antworten:

1) Die deutsche Bevölkerung ist um 1910 (Tabelle: zwischen 1900 und 1913) mehrheitlich städtisch geworden.

2) Die französische Bevölkerung ist nur um 1930 (Tabelle: zwischen 1913 und 1950) mehrheitlich städtisch geworden.

3) Die britische Bevölkerung lebte schon um 1860 (Tabelle: zwischen 1850 und 1870) am meisten in Städten: Grossbritannien war ja das Land, wo die Industrialisierung begonnen hat.

Wie wurde die Gesellschaft von der Industrialisierung und Urbanisierung verändert? Das sehen wir unterm Punkt B.


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